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Dieser Blog wird von Philipp Fleck geschrieben. Sämtliche Beiträge sind meine persönliche Meinung. Also nicht drüber aufregen.
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05. Oktober 2008  
vierundsiebzigfach verschlüsselt
Da ich ja Internettechnisch aktuell zu Hause eher schlecht angebunden bin habe ich mal den Netstumbler angeworfen um zu schauen, was sich in der Nähe so alles an WLANs findet... Innerhalb von acht Minuten habe ich in meiner Wohnung sage und schreibe 74 WLANs empfangen. Die Zahl hat mich schon sehr überrascht, noch mehr allerdings, dass kein einziges Unverschlüsseltes dabei war. Ich habe den Eindruck, dass die Aufklärungsmaßnahmen in Zeitung und Fernsehen Wirkung gezeigt haben und zwischenzeitlich nur noch die WLANs unverschlüsselt sind, die es auch sein sollen.
12. August 2008  
Wer denkt sich sowas aus?

Ich wollte eben mal schnell eine ältere Version von Nero runterladen, zu der ich noch eine Lizenz besitze. Bevor ich downloaden konnte wurde ich aber verpflichtet, meine eMail-Adresse anzugeben, an die Ahead zukünftig gedenkt, Tipps, Sonderangebote und Produktinformationen von Nero zu schicken....

 Nero News

Manchmal fragt man sich echt, was sich die Firmen eigentlich denken. Mich würde schon interessieren, wie das Verhältnis Fake zu echten Adressen ist. Und wie Ahead dazu steht, wenn meine Adresse von jemanden einfach so eingetragen wurde... In Deutschland spricht die landläufige Rechtssprechung soweit ich weiß von double-opt-in und ich bezweifle mal, dass das hier gegeben ist.

09. Juli 2007  
Rücktritt

Wenn ich mir die Äußerungen von unserem Innenminister der letzten Tage so anschaue, dann kann ich eigentlich nur eines sagen: Herr Schäuble treten Sie zurück! Ich verstehe nicht ganz, weshalb solche Forderungen noch nicht öffentlich wurden. Das, was er da in den letzten Tagen von sich gibt, entspricht meiner bescheidenen Meinung nach ungefähr der Abschaffung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Da sind schon Minister für weniger zurückgetreten. Ich verstehe es einfach nicht, wie jemand, der es zum Bundesminister geschaft hat, zu solchen Äußerungen und so einer Meinung kommt. Hat der Angriff auf seine Person damals ihm so das Hirn verbogen, dass er nicht mehr weiß, was er in seinem Jura-Studium gelernt hat und was für Werte und Gesetze in Deutschland zählen?

Besonders über das Thema "Gezielte Tötung könnte ich mich unendlich aufregen! Mit welchem Grund sollte das notwendig sein? Wenn Osama Bin Laden tatsächlich in Deutschland auftaucht und man weiß, wo er ist, weshalb kann man ihn dann nicht festnehmen? Soweit ich weiß darf man auch heute schon gezielt auf Menschen schießen, wenn er einen Bombengürtel umgeschnallt hat und man ihn durch den Schuss davon abhalten könnte andere Leute in die Luft zu sprengen. Dazu muss aber klar sein, dass tatsächlich ein Bombengürtel im Spiel ist und der Täter tatsächlich vor hat, sich zu töten. Das ist meiner Meinung nach das einzige Szenario, in dem der Staat das Recht hat, Menschen zu töten. Alles andere sollte man anders Regeln. Denn einen Irrtum kann nicht rückgängig gemacht werden.

Auch die andere Sache mit dem Handy-/Internetentzug ist irgendwie der Witz. 1. Müsste man die Menschen auf Schritt und Tritt verfolgen, um das einigermaßen sicherstellen zu können und 2. stellt sich auch hier die Frage des Irrtums. Was passiert, wenn jemand fälschlicherweise verdächtigt wird? Ohne Handy/Internet ist man heute bereits fast ein Mensch zweiter Klasse.
Ebenso die Internierung... Da kann man dann die unbequemen Leute wegsperren.

Der Witz finde ich die Äußerung, dass im letzten Jahrhundert schon einmal die Freiheit verloren ging. Ich kann es nicht direkt vergleichen, aber wenn das, was Herr Schäuble da vor hat, tatsächlich in die Realität umgesetzt wird, dann würde ich die Gesellschaft in Deutschland nicht mehr freier als unter dem NS-Regieme bezeichnen. Vielleicht ist die Gewichtung anders, aber Freiheit ist das nicht mehr. 

06. Juli 2007  
Ahnungslos

Heute erschien auf Spiegel Online ein Artikel zum Thema Online-Durchsuchung, der genau meine technische Meinung zum Thema wiederspiegelt: Mit sowas kann man keine Terroristen fangen. Jeder, der sich etwas mit der Materie auseinandersetzt wird, sofern er Bedarf sieht, Sicherheitsvorkehrungen treffen, die verhindern, dass ein Schnüffelversuch erfolgreich wird. Wenn ich zum Beispiel Terrorist wäre, und bedenken hätte, dass es das BKA tatsächlich schafft, einen Trojaner auf meinem Linux-PC (den verwende ich logischerweise, denn wer weiß schon, was M$ alles eingebaut hat) zu platzieren, würde ich die Kommunikation nur noch auf Basis von sicher verschlüsselten (PGP) eMails ablaufen lassen, diese auf einen USB-Stick speichern und auf einem "sauberen" Rechner ohne Internetverbindung entschlüsseln. Dieser ist logischerweise mit einer Festplattenverschlüsselung versehen und steht in einem Stahlkäfig, wird ausschließlich von Batteriestrom gespeißt und hat außerdem noch einen Schalter mit einer Starkstrom-Direktverbindung zum RAM. Abhören ist also nix, und wenn eine Hausdurchsuchung kommt grillt man "aus versehen" den RAM....

Nicht, dass ich mich hier als Terrorist outen will, aber was ich als normaler Mensch mal eben überlegen kann, kann auch jeder Terrorist. Zumal es ja nicht notwendig ist, dass jeder Terrorist einer Zelle diese Überlegungen anstellt, sondern nur einer die Idee braucht und diese an seine "Kollegen" weitergibt. 

Wie wird also das Ergebnis aussehen? Terrorismus kann man damit nicht verhindern, aber dafür viele Ahnungslose bespitzeln. Und das System, wenn es denn sowieso schon da ist auch gleich mal gegen Kinderschänder einsetzen. Und gegen Mörder, die ihre Morde sauber auf der Festplatte dokumentieren (gibts die?). Und gegen Menschenhändler. Und gegen Steuerhinterzieher. Und gegen die Tauschbörsen-Nutzer. Und gegen die Parksünder.  Und und und...

Ich bin mir sicher, dass jeder, der etwas zu verbergen hat, dies gegenüber der Online-Durchsuchung auch hinbekommt, wenn er es denn nur will. Gerade beim angeführten Terrorismus bin ich mir ebenso wie bei der organisierten Kriminalität sicher, dass die betreffenden Personen dies auch tun.

Daher finde ich, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt, wie mit der Thematik umgegangen werden kann: Entweder die Sache wird fallen gelassen oder man verkauft das Volk nicht für Dumm und sagt klipp und klar, dass es möglicherweise bei der Terrorbekämpfung hilfreich sein kann, aber primär für die "normale" Kriminalität eingesetzt wird und somit jeder Internetnutzer ins Visier der Fahnder kommen kann. 

02. Juli 2007  
Callcenter und so...

Heute Nachmittag hat mal wieder mein Telefon geklingelt und auf dem Display stand nur "anonym". Dran war mal wieder ein Meinungsforschungsinstitut. Die Dame wollte mit der Person im Haushalt sprechen, die als nächstes Geburtstag hat. Ist zwar noch eine Weile bis ich wieder Geburtstag habe, aber bei einem 1-Personen-Haushalt ist es nicht so schwer, die passende Person ans Telefon zu bekommen. Leider war ich nicht ganz so koorperativ und wollte von Ihr wissen, für wen sie denn die Umfrage mache. Sie wisse das nicht, das falle unter den Datenschutz. Aja. Ich soll meine Daten hergeben, aber die Firma beruft sich auf den Datenschutz.... Naja sie hat das Gespräch dan relativ schnell beendet, als sie gemerkt hat, dass bei mir nix zu holen ist.

Lustigerweise bin ich kurz nach dem Anruf über einen Artikel auf Golem.de gestolpert, der mich wiederum an einen Artikel in der Zeit erinnnerte, auf den ich über den RA-Blog stieß und den ich schon lange mal verbloggen wollte: Günter Wallraff hat sich mal wieder auf Geheime Mission begeben und nun nicht die Bild-Redaktion infiltriert sondern Callcenter. Und die Ergebnisse seiner Recherche waren auf der einen Seite aufrüttelnd, auf der anderen Seite sagt sich wahrscheinlich jeder, dass man sich sowas sowieso gedacht hat: Die Arbeit in einem Callcenter ist Abzocke, zumindest in seinen Beispielen. Sowohl an den Mitarbeitern, die anrufen, als auch an den Kunden, die angerufen werden. Da werden Dinge vollkommen überteuert verkauft oder ein Drück aufgebaut, dass man als angerufener fast dazu neigt etwas zu kaufen, nur um seine Ruhe zu haben.

Wallraff fordert nun, dass der Verkauf über das Telefon grundsätzlich verboten werden sollte. Das ist ein Verbot, dass ich begrüßen würde. Dann würde zumindest mal der Teil der Anrufe abnehmen, die einem irgendwas andrehen wollen. Jetzt muss man nur noch etwas gegen die Datensammler und Profiler unternehmen, die sich Marktforschungsunternehmen nennen.

01. Juli 2007  
Bug-Fixing

Die Telekom hat eine neue Art vorgestellt, wie man Fehler aus der Welt räumt: Ein Router, der von der T-Com vertrieben wurde, hatte einen Bug, der bewirkte, dass man über das Internet auf die Geräte zugreifen konnte. Ziemlich schlecht, besonders angesichts dessen, dass man darüber an die Zugangsdaten von T-Online-Benutzern kam, und damit auf deren Telefonrechnung einkaufen konnte. Da bisher noch viele Router nicht gepatched sind hat sich die Telekom dazu entschlossen, Zugriffe auf den fraglichen Port einfach für alle T-Online-Kunden zu verbieten. Auch eine Möglichkeit. Mehr dazu bei Heise.

Ich bin etwas hin- und hergerissen, was ich von der ganzen Aktion halten soll. Auf der einen Seite wird der Internetzugang der Kunden eindeutig beschnitten (wenn auch in einem kleinen, für die meisten nicht spürbaren Ausmaß;), auf der anderen Seite schützen sie ihre Kunden. Besser hätte ich es aber gefunden, wenn die Port-Sperre dynamisch erfolgen würde. Ich könnte mir das etwa so vorstellen: Wenn sich der Kunde einwählt wird automatisch geprüft, ob er einen fraglichen Router mit passender Sicherheitslücke hat und dann der Port gesperrt. Sonst sind weiterhin alle Ports erreichbar. Diese Lösung hätte zwar eindeutig mehr Aufwand seitens der T-Com erfordert, als einfach alle Kunden zu blocken, aber ich frage einfach mal ganz frech: Wessen Produkt hatte eklatante Sicherheitsmängel?

11. Februar 2007  
Mich interessiert nicht wie alt ich werde!

Vorgestern abend um halb zehn hat es angefangen: Dutzende Mails die mir einen Test schmackhaft machen sollen, der mir sagt, wie alt ich werde landen in meiner Mailbox. In den letzten 48h waren es insgesamt über 250. Habe ich schon erwähnt, dass mir sowas auf die Nerven geht?

 *Wie alt wirst Du? *
*50 Jahre? 65 Jahre? oder vielleicht sogar 100 Jahre alt?*
*Teste heute Deine Lebenserwartung ! *
*Mache den Test. *
*TEST STARTEN - HIER KLICKEN <http://www. 80-jahre-alt .com>*
Adresse löschen hier klicken <mailto:wiealtwirstdu@list.ru>

Vorhin habe ich nun mal die angegebene Seite besucht und siehe da: Einähnliches Geschäftsmodell wie vor einem dreiviertel Jahr mit den Erotikdarstellern. Wenn  man seine Daten eingetragen hat bekommt man eine Rechnung über 59€. Den Anbieter rechtlich belangen wird ähnlich schwer sein, wie die Erotik-Firma aus Panama. Der Anbieter sitzt laut Impressum auf den britischen Jungferninseln. Der Anbieter dagegen wird wahrscheinlich seine Forderungen auch in Deutschland durchsetzen können. Da wird dann möglicherweise ein "befreundetes" Inkassounternehmen eingesetzt und mit dem möglichen Verlust der Kreditwürdigkeit gedroht.

Ganz unabhängig davon wird man bei der Beantwortung des Fragebogens sicherlich einige Details aus seinem Leben Preis geben müssen. Wie sonst sollte man überhaupt eine Schätzung wagen können? Das wird dann aber in Verbindung mit dem sechtsen Punkt der Datenschutzerklärung interessant: 

6. Meine Angaben innerhalb des Projektes dürfen bei Zustimmung vom Veranstalter des Projektes (Internet Service AG, Ltd., Wickhams Cay I, Rod Town, Tortola, VG, BVI), von den Sponsoren der Aktion sowie von den beauftragten Dienstleistern für Marktforschung, für die bessere Zuordnung von bereits zu meiner Person vorhandenen Daten sowie für interessante und günstige Angebote aus den unten genannten Branchen, die meinen erkennbaren Interessen entgegenkommen, verarbeitet und genutzt werden (Telefonmarketing, SMS Werbung, eMail-Werbung und schriftliche Werbung). Die Übermittlung und weitere Nutzung meiner Angaben wird auf die Kunden der Sponsoren aus den nachfolgend genannten Branchen für Marktforschung, für die bessere Zuordnung von bereits zu meiner Person vorhandenen Daten und für Werbung, die meinen erkennbaren Interessen entgegenkommen (Telefonmarketing, eMail-Werbung und schriftliche Werbung), beschränkt: Verlage, Adress- und Versandhändler, Finanz- und Telekommunikationsdienstleister, Markenartikelhersteller, Gewinn- und Glücksspiele, Reise und Tourismus, Gesundheitsvorsorge, Energieversorger, Versicherungen, Pharma- und Kosmetikunternehmen, gemeinnützige Vereinigungen, Fahrzeughersteller und -händler, Bekleidungs- und Elektronikeinzelhandel, Marktforschungsunternehmen, Berufs- und Weiterbildungsinstitute. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft schriftlich widerrufen (per Fax, Brief oder eMail). 

Hervorhebungen von mir. Wenn ich die Hervorhebungen mal zusammenfassen darf: Man stellt einen Freibrief für sämtliche bekannte personalisierte Werbeformen für Firmen sämtlicher Branchen, die den alltäglichen Lebensbereich betreffen aus.

Eigentlich ist das eine geniale Idee: Der Benutzer bezahlt für eine Dienstleistung, die man genausogut auch mit einem Würfel betreiben könnte fast 60€ und man darf mit den dadurch erzielten Daten weiteres Geld verdienen. Ich kenne mich nicht genau aus, was ein detailiertes Benutzerprofil so bringt, aber wenn ich daran denke, was für StudiVZ, MySpace oder OpenBC so bezahlt wurde (die Bewertung der Plattformen wurde nach Anzahl der Benutzer vorgenommen), dann denke ich, dass die 60€ der kleinere Teil des Verdienstes sind.

Aus Sicht des Unternehmens: Geniale Idee. Aus Sicht eines normalen Bürgers: Grausam. Mein Ratschlag daher: Macht die Dummheit nicht, Finger weg!

Ganz unabhängig davon: Ich will gar nicht wissen, wie alt ich werde.  

30. Januar 2007  
Detailliert

Bei Mircosofts Gegenstück zu Google-Maps sind seit einigen Tagen auch schräge Luftaufnahmen von Mannheim verfügbar. Schon die senkrechten Aufnahmen von Google waren heftig, aber diese Aufnahmen toppen das nochmal um Längen und bestärken das Gefühl, dass man scheinbar nirgends mehr alleine ist. Big Brother is watching you. Hier der Paradeplatz von Mannheim{gt:49.48705,8.46629,Paradeplatz Mannheim}:

 Ausschnitt vom Mannheimer Paradeplatz. Quelle: http://local.live.com/default.aspx?v=2&cp=49.487852~8.467965&style=o&lvl=2&tilt=-90&dir=0&alt=-1000&scene=10760754

18. Januar 2007  
NSA hilft bei Vista

Ich kann mich mit Vista nicht wirklich anfreunden. Wieso soll ich ein System mit einem halben Gigabyte Arbeitsspeicher brauchen, nur um ein Betriebssystem zum laufen zu bekommen? Grafischer Schnickschnack hin oder her: Ich kann mir bessere Arten der Verwendung des Arbeitspeichers vorstellen. Zum Beispiel für Programme. Oder, wenn ich wirklich RAM im Überfluss habe: Eine RAM-Disk mit den wichtigsten Programmen und Daten. Der Arbeitspeicherverbrauch ist nur ein Aspekt. Beim Festplattenverbrauch oder der Grafikkarte sieht es ähnlich aus.

Ein weiterer Grund, der mich bestätigt, wurde nun bekannt: Die NSA hat bei Vista mitgeholfen.  Gerüchteweise war das ja schon bei älteren Windows-Versionen so. Aber nachdem in letzter Zeit, begründet mit dem Kampf gegen Terrorismus und die organisierte Kriminalität, nahezu alles irgendwie erlaubt wird und sogar ein "Bundes-Trojaner", der das Ausspionieren der Festplatten über das Internet ohne die Kenntnis des Betroffenen erlauben und ermöglichen soll, salonfähig wird, graust es mir vor solchen Meldungen. George Orwell lässt grüßen - ohne mich. 

16. Januar 2007  
Youtube II
Der zweite Clip hat einen etwas ernsteren Hintergrund. Auf dem 23c3 wurden viele Dinge diskutiert, aber Hauptthema unter den Hackern ist, auch wenn sich Otto-Normalbürger das nicht vorstellen kann, nicht wie man möglichst unbemerkt in einen Rechner eindringt, sondern wie immer mehr unser Recht auf informelle Selbstbestimmung beschnitten wird. Es fängt bei den EU-weit beschlossenen Speicherung von Verbindungsdaten an, geht über Videoüberwachung in ganzen Stadtgebieten und wird irgendwann in einem Überwachungstaat enden, wie ihn sich selbst George Orwell nicht ausgemalt hatte.
Ein Schritt auf dem Weg dort hin könnten auf dem 23c3 vorgestellte Dronen sein, die Videoüberwachung nicht auf relativ statische Perspektiven aus der Ferne beschränkt sondern erlaubt eine sehr flexible Wahl der Perspektive. Vor dieser Art von Überwachung kann man sich fast nicht verstecken. Sofern die Drohne überhaupt bemerkt wird man automatisch nach oben blicken. Ein Grundinstinkt des Menschen. Eine kleine Demonstration, wie sowas aussehen könnte, hat Scytale aufgenommen und bei Youtube eingestellt.
30. Oktober 2006  
Wahlmaschinen

Vor einiger Zeit habe ich über die eVoting-Maschinen der Amis berichtet. Ein paar Wochen später dann über die Maschine, die in Deutschland zum einsatz kommen soll. Über Nico Lumma bin ich auf einen Artikel vom Hamburger Abendblatt aufmerksam geworden, das die Vorgänge um die Wahlen in Amerika beschreibt. Da ist von Vorgängen die Rede, die selbst den Irak als demokratischer erscheinen lassen. Da gewinnen plötzlich, nachdem in Bezirken, die von den Demokraten dominiert werden nach dem Austausch von 5000 Seicherkarten an den Wahlgeräten die Republikaner oder die Wahlergebnisse unterscheiden sich plötzlich extrem von Umfrageergebnisse, die direkt am Ausgang des Wahllokals gemacht werden… Wenn nur die Hälfte aus dem Bericht wirklich stimmt sind die Wahlen in jedem beliebigen afrikanischen Land demkratischer.

Leider wollen die Politiker in Deutschland ebenfalls schon eher über kurz als über lang solche Maschinen einsetzen. Aus meiner Sicht als Informatiker und technisch versierter Mensch sind solche Maschinen aber alles andere als sicher, auch wenn die Hersteller und viele Politiker uns das weismachen wollen. Es gibt keine technische Möglichkeit, die Wahlmanipulation ausschließt. Auch nicht bei der Papierwahl. Allerdings ist letztere Trivial zu verstehen und selbst für jemanden, der von der Technik absolut gar nichts versteht, nachvollziehbar. Das sind die Grundprinzipien der freien Wahl und damit der Demokratie. Wahlmaschinen können dies aber nicht erfüllen, da selbst ich meine Probleme habe die Vorgänge im Detail zu verstehen, geschweige denn Manipulationen daran ausschließen kann. Ich behaupte einfach mal ganz frech, dass 99,9% der deutschen Bevölkerung noch weniger dazu in der Lage sind wie ich. Selbst die restlichen 0,1% werden wohl aber zur selben Empfehlung kommen wie ich:
Wir sind das Volk und wir entscheiden, was in Deutschland passiert und was nicht. Deshalb sollen die Wahlen auch nur so ausgehen, wie wir gewählt haben und nicht, wie es einzelnen gerne recht wäre.

Damit das so bleibt gibt es eine Petition die sich an den Bundestag richtet, und die ersatzlose Streichung des Paragraphens 35 im Bundeswahlgesetz, der den Einsatz von Wahlgeräten erlaubt. So eine Petition ist eine Eingabe aus dem Volk und sollte von möglichst vielen Personen unterschrieben werden, damit sie im Petitionsausschuss auch Gewicht erhält. Daher meine Bitte an dich: Trage dich ebenfalls in diese Liste ein und hilf damit mit, Zustände, wie sie in Amerika eingetreten sind, zu verhindern.

Was ich bis vor kurzem auch nicht wusste und was mich bisher immer davon abgehalten hat, solche Petitionen an den Bundestag zu unterschreiben, war die Domain, auf der das ganze geschah. Ich habe mich gewundert, weshalb der Petitionsausschuss des Bundestages eine Domain in England zur Erfassung der Unterzeichner verwenden. Die Pressemitteilung des CCC hat mich aber aufgeklärt. Es ist das „International Teledemocracy Centre” an der Napier-Universität in Edinburgh. Zwischenzeitlich habe ich auch den entsprechenden Hinweis auf den Seiten des Bundestages gefunden. Das ganze ist also ein Modellversuch, was uns aber nicht davon abhalten sollte, diese Petition zu unterzeichnen, im Gegenteil ist es wichtig solche Petitionen einer möglichst breiten Masse bekannt zu machen um auch in Zukunft die Möglichkeit des einfachen Mitwirkens an der Demokratie in Deutschland zu erhalten und verbessern. Daher nochmal der Aufruf: Unterschrieben und weitersagen!

12. Oktober 2006  
Tele2 meldet sich...

...zumindest indirekt. Vor langer Zeit hatte ich ja mal einige ungebetene Anrufe von Tele2, woraufhin ich ihnen einen Beschwerde-Brief geschrieben habe und mich auf das Datenschutzgesetz berufen habe und Auskunft darüber wollte, wie sie zu meinen Daten gekommen seien.

Lange habe ich nichts von ihnen gehört. Leider habe ich es vergessen und nicht weiter verfolgt. Ende Juli hatte ich zwar nochmal daran gedacht, aber auch nichts weiter unternommen. Letzten Freitag habe ich dann nochmal eine eMail an den Datenschutzbeauftragten geschrieben, welche im Gegensatz zur ersten Mail damals nicht gebounced wurde. Und was lag nun in meinem Briefkasten (wohlgemerkt der an der Haustür, nicht der Elektronische)? Eine Antwort auf meine Anfrage!

Es schreibt die Firma Bürgel, eine Firma deren Spezialität Direktmarketing ind Inkasso ist (welch Kombination), dass Tele2 ihnen meine Anfrage weitergeleitet hat und sie den Vorgang geprüft haben.

Ergebnis: Sie haben die Daten auch nur von verschiedenen externen Anbieter gekauft und da sie sich an die Gesetze halten, haben sie alles brav nach übermittlung an Tele2 gelöscht und können mir daher keine weitere Auskunft über die Herkunft der Daten erteilen.

Super Sache oder? Da bringt das beste Datenschutzgesetz nichts, wenn sich die Firmen dahinter verstecken. Man sagt als Adress-Verkäufer einfach, dass man die Daten von vielen verschiedenen Anbietern einkauft und da man sich an die Bestimmungen hält und die Daten sofort nach Gebrauch löscht kann man nicht mehr nachvollziehen, wie man zu der einzelnen Adresse gekommen ist und schon kann man munter die Daten ganzer Telefonbuch-CDs als „Personen mit Zustimmung zu tausenden Werbeanrufen” verkaufen.

Der Brief war übrigens an ‚Phillip Fleck’ adressiert. Copy&Paste wars zumindest in der Adresse nicht. Der Rest dürfte ein Standardbrief gewesen sein. 

Ein paar Fragen bleiben nun aber doch: Wieso reagiert Tele2 nicht auf ein Einschreiben, aber eine eMail binnen weniger Tage? Ist da möglicherweise System dahinter, da jetzt die Daten sicher gelöscht sind? Ich habe es zwar nicht gefordert, aber ich hätte nach den drei Anrufen eigentlich schon noch eine Stellungname seitens Tele2 direkt erwartet. Mir ist es aber irgendwie zu doof jetzt da noch rummachen.

14. September 2006  
Google legt nach
Die Satellitenbilder von Google sind ja teilweise erschreckend detailreich. Google hat nun für einige Städte in Deutschland nachgelegt und nun auch Bilder für die höchste Detail-Stufe hinterlegt. Mannheim ist leider nicht dabei, dafür Ludwigshafen {gt:49.479735155546805,8.451603055000305,Rheinschanze Ludwigshafen,19} und Karlsruhe {gt:49.01352819872191,8.404363989830017,Schloss Karlsruhe,19}. Man kann nun deutlich die Konturen von Autos und einzelne Fußgänger erkennen. Ich bin mal gespannt, wann man im Internet Gesicher und Nummerschilder erkennen kann. Die Spionagesatelliten können das bestimmt schon - zumindest wenn man in den Himmel schaut ;-)
28. August 2006  

Eben lese ich auf Spiegel.de, dass am Paradeplatz{gt:49.48705,8.46629,Paradeplatz Mannheim} ein Koffer steht und nun Bombenalarm herrscht. Bin mal gespannt, ob sie den Helden finden, der seinen Koffer angekettet hat und was sich sonst noch daraus entwickelt...

UPDATE: Wieso war es mir nur klar, dass irgendein Müll in dem Koffer war und irgendjemand, der geistig etwas verwirrt ist, den Koffer angekettet hat? Laut N24 waren Zeitungen, laut Spiegel Online Bücher drin ;-)

UPDATE2: Zwischenzeitlich gibts von der Pressestelle der Polizei eine Mitteilung:

Zeitgleich mit dem Sprengstoffexperten der Polizei trafen auch die Besitzer des Koffers vor Ort ein. Diese konnten die Situation schnell aufklären. Es handelte sich um zwei Männer im Alter von 25 und 33 Jahren, die in der Innenstadt Bücher einer asiatischen Religionsgemeinschaft verkauften. Im Koffer hatten sie zu diesem Zweck die Bücher deponiert. Um diese gegen Diebstahl zu sichern, hatten sie den Rollkoffer an der Haltestelle angekettet.

Ob die nun geistig verwirrt sind oder nicht lasse ich ketzt mal besser offen...

Interessant ist noch folgende Aussage:

Da aufgrund der momentanen Sicherheitslage ein ernster Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Fundort großräumig abgesperrt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie groß die Vergesslichkeit, Dummheit und vor allem Verdränungsgabe der Menschheit ist. Auf der einen Seite kann schon seit Ewigkeiten, mindestens aber seit knapp fünf Jahren, immer wieder hören, dass man einen Koffer oder ähnliches nicht unbeaufsichtigt rumstehen lassen soll und man macht es trotzdem. Normalerweise reagiert darauf auch niemand sofort mit einem Bombenalarm, aber da passiert dann mal (fast) wieder was und in jedem herrenlosen Gepäckstück wird eine Bombe gesehen. Hätte die Mannheimer Polizei vor zwei Monaten auch schon so empfindlich reagiert? Vermutlich nicht. Nico Lumma hat auch im Bezug auf den Mannheimer Fehlalarm in seinem Blog einen Artikel geschrieben hat, der in dieselbe Kerbe haut, wie folgendes Zitat von Scytale auf im-coma.de:

0mG it si teh T3RR0R! *Kameras rund ums Haus aufstell*
Sorry, ich kann's nicht mehr hören. Meiner Meinung nach sollte es wesentlich mehr "Scherzbombenkoffer" geben, deutschlandweit. Vielleicht raffen sie nach der 20. Sprengung von Plüschtieren wie bekloppt das alles ist.

Ich sehe es wie die beiden auch: Auf der einen Seite darf man sie ganze Sache sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber auf der anderen Seite ist es vollkommen daneben, ständig überall eine Bombe oder sonstige Terrorgefahr zu suchen. Da sagt irgendjemand irgendwas von einer Bombe und binnen Minuten wird ein kompletter Bahnhof, Flughafen oder sonstwas für Stunden gesperrt und lahmgelegt. Zwischenzeitlich brauchen die richtigen Terroristen gar keine Bomben mehr bauen. Es reicht aus, ab und zu ein Gerücht zu streuen oder irgendwelche Anfänger eine Bombenatrappe bauen lassen und die dann on tour schicken, um ein ganzes Land in Chaos und den Ausnahmezustand zu versetzen und damit die Politiker anzuheizen, die Freiheit der Bürger durch Videoüberwachung, Kommunikationsdatenspeicherung und anderen Big-Brother-Ideen weiter einzuschränken.

Ich behaupte: Wenn ein Terrorist wirklich eine Bombe zünden will, dann bekommt er das auch hin, egal wie groß die Sicherheitsmaßnahmen sind. Er muss nur Vorsichtig und Kreativ genug sein.

26. August 2006  
PGP-Schlüssel nun auch hier abrufbar
Bisher habe ich Schloss aus dem Iconset Dropline Neu! (http://art.gnome.org/themes/icon/1100)meinen PGP-Schlüssel nur über die Key-Server zur Verfügung gestellt. Nachdem der Spam in letzter Zeit bei mir hier langsam aber sicher abnormale Ausmaße annimmt habe ich beschlossen, ab sofort eMails, die ordentlich Signiert sind bevorzugt zu behandeln. Verschlüsselt wäre mir angesichts der wachsenden Zuhörer (NSA, BND, etc) lieber, aber ich will ja niemanden überfordern ;-)

Aus diesem Grund kann man meinen PGP-Schlüssel nun auch von hier runterladen. Damit der Link auch etwas auffällt habe ich ein kleines Icon daneben "gebappt". Auf der Suche nach demselben bin ich auf Gnome-Art gestossen. Dort gibt es wirklich gute Icon-Sets in bestechender Qualität - teilweise sogar als SVG-Grafiken. Das Schloss entstammt dem Iconset Dropline Neu! - Danke an den Autor an dieser Stelle ;-)

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