03. Dezember 2005
Vor ein paar Tagen habe ich, nachdem er bei den
Werbebloggern empfohlen wurde, bei Martin Röll einen recht interessanten Artikel über
Ich-AG Kommentar Spammer gelesen.
Weshalb ich erst jetzt davon berichte? Heute wurde im Gästebuch auf meiner Homepage ein Eintrag hinterlassen, der stark nach eben solch einem Ich-AG-Spammer aussieht:
Prima HP! Weiter so! Wer Vergnuegen wuenscht besucht uns bitte !
[ 15x http://www.[begriff].tk ]
Dankeschoen und eine schoene Vorweihnachtszeit noch
Wobei die Begriffe irgendwie völlig zusammenhangslos waren (oder wer erkennt zwischen folgenden Begriffen einen Zusammenhang: norwegen, sozialarbeit, nackt, relikt, partnervermittlungen, abmulanz, pauschal, krankenkasse, skurril, essen, ewig?) Alle Links hatten aber eines gemeinsam: Das Frameset zeigte auf irgendeinen Referal-Link. Es wird (zumindest versucht) also Geld damit verdient...
Nichtsdestotrotz kann man aufgrund der Aufmachung der Seiten und auch aufgrund des wilden zusammenwürfeln der Wörter erahnen, dass es sich um einen "kleinen Fisch" handelt. Große Fische würden nur für Online-Poker oder sowas werben
Bis zum Lesen des Artikels habe ich Spammer eigentlich pauschal als "Böse" und "Verachtenswert" einklassifiziert. Dieser Beitrag hat mich dann aber meine Meinung doch etwas überdenken lassen: Man muss das ganze doch etwas differenzieren: Die Kategorien 1 und 2, also die Industrielle und Professionelle Spammer werden weiterhin als "Böse" klassifiziert. Bei den Ich-AGlern würde ich es als "Mischung zwischen Böse und Bemitleidenswert" bezeichnen. Auf der einen Seite kann man die Spammerei nicht gutheißen, auf der anderen Seite weiß man nicht, wie man selbst reagieren würde, wenn man in einer derartigen Notlage ist....
Das der-/diejenige verzweifelt ist kann man ziemlich einfach daran erkennen, dass laut meinen Log-Files der Besucher über
Google kam - vom Ergebnis 233! Nachdem mein Gästebuch selbst gescriptet ist und keinerlei Normen entspricht ist wohl davon auszugehen, dass ein Mensch vor dem Monitor saß... Oder auch nicht? Bei weiteren Stichproben (viele der Suchergebnisse beinhalten einen neuen Eintrag von heute mit denselben Links, teils mit anderem Autor) bin ich auch über einen
Artikel von Telepolis gestossen, in dem es um die "Senf"-Gästebuch-Einträge geht, also dem Suchbegriff, mit dem mein heutiger Spammer mich gefunden hat. Die Senf-Seite enthält offensichtlich nicht mehr den ursprünglichen Inhalt (ich habe die Seite damals, als der Eintrag gemacht wurde, geprüft), sondern man wird, wie auf Telepolis beschrieben, auf eine Porno-Seite weitergeleitet, aber das ist momentan auch nicht das Thema...
Tatsache ist, dass die "kleinen Spammer" offensichtlich die "Professionellen" Nutzen, um effizient mögliche Plätze zu finden, an denen sie ihren Müll ablassen können.
Den Senf-Eintrag bei habe ich soweit geändert, dass man ihn zumindest nicht über die Suchmaschine erkennen kann. Eigentlich schon verrückt... Wenn man einen Spam-Eintrag drin hat, lockt man damit die anderen Spammer an...
Was mache ich nun also mit dem Spam-Eintrag? Ich glaube an das "Gute im Menschen" und glaube der Anja einfach mal, dass sie meine Homepage "Prima" findet (auch wenn aus meiner Sicht auf dem Stand von vor drei Jahren ist und sie offensichtlich viele 100 Seiten genau gleich gut findet und daher dieselben Gästebucheinträge hinterlässt) und wünsche ihr an dieser Stelle einfach mal auch eine schöne Vorweihnachtszeit.
Die Adressen sind ja nicht so wichtig und teilweise sowieso nicht Jugendfrei. Ich habe sie im Eintrag unkenntlich gemacht.
Nur zwei Dinge sind noch anzumerken: Wie man, wenn man nur das Gästebuch gesehen hat, darauf schließen kann, dass die ganze Homepage "Prima" ist muss Anja mir noch erklären

Und ein positives noch: Sie surft immerhin mit dem Firefox - sogar fast dem aktuellsten (1.0.7)