Was mir im Zusammenhang des letzten Artikels auffiel: Der Artikel über Erotikdarsteller und einige andere meiner Artikel lassen sich nicht mehr abrufen. Auf der Suche nach dem Grund bin ich relativ schnell fündig geworden: Der Artikel hatte über 2400 Kommentare. Eine kleine SQL-Abfrage auf der Datenbank hat dann auch andere Kandidaten zum Vorschein gebracht, die nicht mehr Abrufbar sind:
SELECT COUNT( * ) AS `anzahl` , `article_id` FROM `plog_articles_comments` GROUP BY `article_id` ORDER BY `anzahl` DESC
Beim Laden der Seite werden scheinbar alle Kommentare aus der Datenbank ausgelesen, auch die, die als Spam markiert sind. Noch nicht ganz klar ist mir, warum die 3MB Kommentare, die ich jetzt aus der Datenbank gelöscht habe 32MB RAM verbraten und damit das Speicherlimit eines PHP-Prozesses erreichen. Die Kritische Grenze für meine Konfiguration liegt übrigens irgendwo zwischen 2400 und 1200 Kommentaren. Ich habe das ganze nun mal als Anlass genommen, eine „kleine” Aufräumaktion zu machen. Ergebnis: etwa 27.000 oder 90MB weniger Kommentare in der Datenbank. Wenn jemand einen Kommentar geschrieben hatte, der noch nicht veröffentlicht wurde: Pech gehabt ![]()
Jetzt muss ich nur noch einen Bug-Report schreiben, denn es soll schließlich Blogs gegben, die auf einen Artikel über 2000 Antworten bekommen. Außerdem haben nicht alle die Reihenfolge der aktiven Spam-Plugins geändert und bekommen daher auch den Spam, wie ich vor kurzem, in die Datenbank geschrieben.
Vorgestern abend um halb zehn hat es angefangen: Dutzende Mails die mir einen Test schmackhaft machen sollen, der mir sagt, wie alt ich werde landen in meiner Mailbox. In den letzten 48h waren es insgesamt über 250. Habe ich schon erwähnt, dass mir sowas auf die Nerven geht?
*Wie alt wirst Du? *
*50 Jahre? 65 Jahre? oder vielleicht sogar 100 Jahre alt?*
*Teste heute Deine Lebenserwartung ! *
*Mache den Test. *
*TEST STARTEN - HIER KLICKEN <http://www. 80-jahre-alt .com>*
Adresse löschen hier klicken <mailto:wiealtwirstdu@list.ru>
Vorhin habe ich nun mal die angegebene Seite besucht und siehe da: Einähnliches Geschäftsmodell wie vor einem dreiviertel Jahr mit den Erotikdarstellern. Wenn man seine Daten eingetragen hat bekommt man eine Rechnung über 59€. Den Anbieter rechtlich belangen wird ähnlich schwer sein, wie die Erotik-Firma aus Panama. Der Anbieter sitzt laut Impressum auf den britischen Jungferninseln. Der Anbieter dagegen wird wahrscheinlich seine Forderungen auch in Deutschland durchsetzen können. Da wird dann möglicherweise ein "befreundetes" Inkassounternehmen eingesetzt und mit dem möglichen Verlust der Kreditwürdigkeit gedroht.
Ganz unabhängig davon wird man bei der Beantwortung des Fragebogens sicherlich einige Details aus seinem Leben Preis geben müssen. Wie sonst sollte man überhaupt eine Schätzung wagen können? Das wird dann aber in Verbindung mit dem sechtsen Punkt der Datenschutzerklärung interessant:
6. Meine Angaben innerhalb des Projektes dürfen bei Zustimmung vom Veranstalter des Projektes (Internet Service AG, Ltd., Wickhams Cay I, Rod Town, Tortola, VG, BVI), von den Sponsoren der Aktion sowie von den beauftragten Dienstleistern für Marktforschung, für die bessere Zuordnung von bereits zu meiner Person vorhandenen Daten sowie für interessante und günstige Angebote aus den unten genannten Branchen, die meinen erkennbaren Interessen entgegenkommen, verarbeitet und genutzt werden (Telefonmarketing, SMS Werbung, eMail-Werbung und schriftliche Werbung). Die Übermittlung und weitere Nutzung meiner Angaben wird auf die Kunden der Sponsoren aus den nachfolgend genannten Branchen für Marktforschung, für die bessere Zuordnung von bereits zu meiner Person vorhandenen Daten und für Werbung, die meinen erkennbaren Interessen entgegenkommen (Telefonmarketing, eMail-Werbung und schriftliche Werbung), beschränkt: Verlage, Adress- und Versandhändler, Finanz- und Telekommunikationsdienstleister, Markenartikelhersteller, Gewinn- und Glücksspiele, Reise und Tourismus, Gesundheitsvorsorge, Energieversorger, Versicherungen, Pharma- und Kosmetikunternehmen, gemeinnützige Vereinigungen, Fahrzeughersteller und -händler, Bekleidungs- und Elektronikeinzelhandel, Marktforschungsunternehmen, Berufs- und Weiterbildungsinstitute. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft schriftlich widerrufen (per Fax, Brief oder eMail).
Hervorhebungen von mir. Wenn ich die Hervorhebungen mal zusammenfassen darf: Man stellt einen Freibrief für sämtliche bekannte personalisierte Werbeformen für Firmen sämtlicher Branchen, die den alltäglichen Lebensbereich betreffen aus.
Eigentlich ist das eine geniale Idee: Der Benutzer bezahlt für eine Dienstleistung, die man genausogut auch mit einem Würfel betreiben könnte fast 60€ und man darf mit den dadurch erzielten Daten weiteres Geld verdienen. Ich kenne mich nicht genau aus, was ein detailiertes Benutzerprofil so bringt, aber wenn ich daran denke, was für StudiVZ, MySpace oder OpenBC so bezahlt wurde (die Bewertung der Plattformen wurde nach Anzahl der Benutzer vorgenommen), dann denke ich, dass die 60€ der kleinere Teil des Verdienstes sind.
Aus Sicht des Unternehmens: Geniale Idee. Aus Sicht eines normalen Bürgers: Grausam. Mein Ratschlag daher: Macht die Dummheit nicht, Finger weg!
Ganz unabhängig davon: Ich will gar nicht wissen, wie alt ich werde.