Es ist noch keine drei Wochen her, als ich hier über die Wahlmaschinen der Amerikaner geschrieben habe. Heute macht eine Studie die Runde durch die Newsticker (Heise, Golem) und die Blogs (u.a. Nico Lumma, Kristian Köhntopp), die zeigt, dass die in den Niederlanden und in Deutschland zum Einsatz kommenden Nedap-Maschinen ebenso anfällig sind.
Die Niederländische Initiative Wij vertrouwen stemcomputers niet (Wir vertrauen den Wahlcomputern nicht) hat gemeinsam mit dem CCC die Wahlmaschinen analysiert und dabei festgestellt, dass diese sich ebenfalls relativ leicht so manipulieren lassen, dass Wahlergebnisse verfälscht werden können. Eigentlich muss man sagen, dass die Analyse noch vernichtender ausfällt. Die elektromagnetische Abschirmung funktioniert zum Beispiel nicht, so dass man aus der Ferne durch Analyse der elektomagnetischen Abstrahlung Analysieren kann, welchen Knopf der Wähler gerade gedrückt hat. Die Zugangssicherung zur Hardware selbst ist ein Witz: Es werden bei allen Maschinen dieselben Schlösser verwendet, für die man überall für ein paar Euro Ersatzschlüssel bekommt. Außerdem haben sie die Wahlmaschine, die nach Aussage des Herstellers kein Computer sei so umprogrammieren können, dass man das ganze nun als Schach-Computer einsetzen kann. In dem PDF, in dem alles beschrieben ist, wird der Vorschlag gemacht, die Folientaster mit einer qwertz-Tastatur zu beschriften, ein Basic darauf zu installieren und damit der Jugend die Anfänge und Grundlagen der Computergeschichte zu zeigen. Für Wahlen seien die angeschafften Geräte zumindest ungeeignet.
Bei Golem wird Andy Müller-Maguhn vom CCC zitiert:
"Wahlcomputer müssen in Deutschland verboten werden, bevor wir auch hier Zustände wie in den USA oder Mexiko bekommen. Die hier verwendeten Nedap-Computer sind mindestens genauso unsicher und manipulierbar, wie die aus den Wahlskandalen in den USA bekannten Systeme. Mit manipulierten Wahlcomputern kann eine entschlossene Gruppe die Macht ergreifen, ohne nach außen hin die Spielregeln der Demokratie zu verletzen"
Recht hat er und so bleibt mir nur, wie alle eingangs erwähnten Quellen die zu dem Fazit zu kommen, dass Papier und Stift am wenigsten Potential zur technischen Manipulation bietet.