Meistens hat man ja das Gefühl, dass man der einzige ist, den das Pech verfolgt, aber heute waren es dann doch einige, die dasselbe Schicksal ereilt hat: Da wäre die Familie mit tauben Eltern und zwei Töchtern im Teenageralter, zu denen ich mich zufällig im Zug gesetzt habe und dabei mitbekommen habe, dass sie noch nach Horb{gt:48.44175703577291,8.68894100189209,Bahnhof Horb am Neckar} wollten, ein Mann um die 50 aus Karlsruhe der auf dem Weg zu seiner Freundin nach Nagold{gt:48.55593949035866,8.72764527797699,Bahnhof Nagold} war, ein jüngerer Herr in meinem Alter, eine jüngere Frau, die auf dem Heimweg nach Wildberg{gt:48.625349564806086,8.743051886558533,Bahnhof Wildberg} von einer Fortbildung in Landau war und eine Dame (geschätzt zwischen 50 und 60) die von ihrem Urlaub aus Borkum{gt:53.587194,6.66265,Bahnhof Borkum} zurückkam.
Die Familie war etwas hilflos, da es unklar war, wie sie nach Horb kommen, ich habe aber mein bestes gegeben, mit den Töchtern als Übersetzer, (ist Gebärdensprache eigentlich schwer zu lernen? Das hätte mich schon immer mal gereizt) den Vieren zu helfen. Es blieb ihnen aber auch nichts anderes, als auf den Bus zu warten und dann noch die Tour quer durch den Nordschwarzwald zu machen.
In Pforzheim haben sind wir dann auf die anderen Leidensgenossen getroffen. Die meisten kamen mit den Ausküften, die uns der Fahrplan gab nicht klar - oder wollten sie nicht wahr haben - Wir mussten alle eineinhalb Stunden warten und dann mit dem Bus das Nagoldtal hochfahren. Mir war das relativ schnell klar und habe deshalb meinem Vater bescheid gesagt, dass es später wird. In der Zwischenzeit hat die Dame, die alles ganz genau wissen wollte und den möglichen Bussteig trotz meiner Beschreibung selbst sehen wollte um zu wissen, wie weit sie ihr schweres Gepäck tragen muss, einen Burger-King entdeckt und vorgeschlagen, dass wir die Zeit des wartens dort verbringen. Nachdem ich nichts besseres vor hatte bin ich mitgegangen. Irgendwann kurz nach elf ist mir dann eingefallen, dass ich mich eigentlich mit Ebse verabreden hätte können...(Gruß an dieser Stelle, das nächste Mal bring ich die Anhalter-DVDs auf Gutglück mit
) Naja und so kams dann, dass wir über eine Stunde lang im Burger-King rumgesessen sind und uns unterhalten haben. Naja hauptsächlich hat sich die Dame unterhalten... Sie war ziemlich anstrengend. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie in den letzten eineinhalb Wochen ihres Urlaubs (da war sie alleine, davor war noch eine Woche lang ihre Tochter dabei) einen Redestau erlitten hatte, der sich nun auf einen Schlag gelöst hat... Ich weiß nicht recht, ob die Dame das nicht so richtig kapiert hat,
dass die beiden nichts hören oder ob sie einfach nur darüber hinweg
gegangen ist. Schwierig war sowieso die Situation mit den beiden Gehörlosen. Man will sie ja nicht ausschließen, aber wirklich reden kann man mit ihnen auch nicht und über den Umweg der Töchter wars auch nicht wirklich sinnvoll.
Ganz lustig war auch noch eine Situation, als die jüngere Frau, von der wir erfahren haben, dass sie aus Duisburg stammt und nun in Wildberg wohnt, nach der Uhrzeit gefragt hat und die Dame geantwortet hat, dass es dreiviertel elf sei. In dem Moment wusste ich dank dieser Webseite, dass sie nachfragen wird, ob es nun viertel vor elf oder elf uhr fünfundvierzig ist und habe gleich ein "viertel vor elf" nachgeschoben. Immerhin habe ich es im Anschluss geschafft, ihr zu erklären, warum es dreiviertel heißt. Ob sie es sich allerdings dauerhaft merken kann bezweifle ich ![]()
Irgendwann ist dann der Bus gekommen und dort gings dann weiter mit der Plapperei... Ich glaube wir waren alle dann doch froh, als sie in Bad Liebenzell ausgestiegen ist.
Gerade eben, als ich nachschauen wollte, wann die Familie endlich Horb erreicht hat ist mir aufgefallen, dass ich die ganze Zeit lang meinen Ausdruck falsch gelesen habe... Der Bus hatte keine Verspätung sondern ich habe eine 2 als Null gelesen und so erwartet, dass der Bus Bad Teinach 0:04 erreicht. Tatsächlich waren wir aber punkt 0:24 in Bad Teinach. Um 0:04 wäre er übrigens in Bad Teinach gewesen, wenn ein normaler Zug gefahren wäre.
Die Familie dürfte dann so ungefähr gegen 1:20 in Horb gewesen sein. Fast zweieinhalb Stunden später als geplant, die Armen.