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24. Februar 2006  
bewußter Umgang mit Werbung
Das soll Kindern heutzutage in der Schule beigebracht werden. So oder so ähnlich steht es zumindest in den deutschen Lehrplänen. Und es ist auch gut so, denn gerade Kinder sind leider noch sehr leicht manipulierbar und dementsprechend leicht haben es die werbenden Firmen bei Kindern in den Gehirnen zu verankern. Aus diesem Grund ist es gut, dass die Schule ein werbefreier Raum ist - oder zumindest sein sollte, in dem die Kinder auf einen verantwortungsbewußten Umgang mit Werbung lernen können.

Weshalb ich das thematisiere? Heute morgen habe ich bei den Werbebloggern einen Artikel von Gerold Braun gelesen, der über einen Beitrag über eine Lehrhilfe zu dem Thema von dem Fernsehmagazin Monitor berichtet.

Ein gemeinnütziger Verein namens Media Smart hat sich auf die Fahnen geschrieben, das zu Fördern. An sich eine lobenswerte Sache, wenn da nicht ein Beigeschmack wäre... Mitglieder in dem Verein sind nämlich unter anderem Firmen wie McDonald's, Nokia, Mattel und andere. Auch hier will ich noch kein Unternehmen verurteilen und denke, dass jedes Mitglied die Sache ernst nimmt - welches Unternehmen will den schon als "Kinder-Manipulierer" dastehen?

Dieser Verein veröffentlicht also ein Materialpaket zur Werbeerziehung, das die Lehrer beim unterrichten der Kinder unterstützen soll. Das Material an sich ist nicht so schlecht... Wäre da nicht der Videofilm.
Eigentlich wollte ich ja in dieselbe Kerbe wie Gerold Braun schlagen, aber nachdem ich auch die anderen Materialien gesichtet habe muss ich sagen, dass man da differenzieren muss.
Die Arbeitsmaterialien und das Begleitheft sind aus meiner Sicht nicht schlecht und sind, so denke ich, ohne Probleme im Unterricht einsetzbar. Anders sieht es allerdings mit dem Video aus. Wie Karen Heumann, die Chefstrategin von Jung und Matt, schon sagt, hat die Schule eine Authorität. Damit werden die Werbespots, die in eine lustige Story eingebettet wurden, auf eine Stufe gehoben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Es ist zwar sicherlich für die Kinder interessanter und spannender, wenn das Schulvideo eine kleine Geschichte enthält und so das ganze kurzweiliger wird, aber wenn auf diese Weise Werbung verharmlost wird hört der Spaß auf.

Ich denke auf der anderen Seite, dass man schon auch einen Werbespot mit den Kindern anschauen sollte. Das allerdings isoliert, also ohne jegliches Beiwerk. Anschließend seziert man den Clip Stück für Stück, so dass letzlich an dem Spot nichts gutes mehr bleibt. Dabei sind die Arbeitsblätter der Arbeitshilfe durchaus hilfreich, wenn auch nicht weitreichend genug. Es wird zum Beispiel nicht auf die Lautstärke von Werbespots eingegangen.
Als Werbespot verwendet man dabei am besten kein aktuelles Produkt sondern bewusst etwas veraltetes.
Außerdem sollte man die Problematik der Klingelton-/Spiele-/Handywallpaper-abos behandeln. 0€ ist nicht gleich kostenlos.
Was mir an der Mappe gefällt, ist die Tatsache, dass auch Online-Werbung behandelt wird. Im Begleitheft wird dem Lehrer sogar empfohlen, die Kinder darauf hinzuweisen, dass sie die Internetverbindung unterbrechen sollen oder den Rechner neu starten, falls das Schließen eines Werbefensters nicht gelingen sollte.
Besser wäre es hier noch, wenn die Kinder auch auf Dinge wie Dialer sensibilisiert würden. Zum Beispiel dass sie niemals "JA" in ein Feld eintippen dürfen. Ebenso wäre ein Hinweis auf Pornografie angebracht.

So übel ist das Arbeitsmaterial aus meiner Sicht also nicht. Zumindest wenn man den Video weg lässt oder zumindest nur mit den Clips selbst arbeitet. Dann besteht die auch Gefahr, dass die Vereins-Mitglieder zu "Kinder-Manipulieren" werden nicht mehr, denn die Arbeitsblätter selbst sind Markenfrei ;-) Mein Tipp an alle faulen Lehrer: Lasst das Video weg. Mein Tipp an die fleißigen lautet: Macht euch was eigenes. Meine Ideen dazu habe ich ja schon kundgetan und dürfen ohne Patent- oder Urheberrechtsabgaben verwendet werden ;-)


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